§ 1 Geltungsbereich und Vertragspartner

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachstehend „AGB") gelten für alle Verträge zwischen Zykloid (nachstehend „Anbieter", siehe Impressum) und Schulträgern, öffentlichen oder privaten Bildungsinstitutionen sowie vergleichbaren institutionellen Auftraggebern (nachstehend „Kunde") über die Nutzung der Software-as-a-Service- Plattform Zykloid (nachstehend „Dienst").

Abweichende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden gelten nicht, auch wenn der Anbieter ihrer Geltung im Einzelfall nicht ausdrücklich widerspricht.

§ 2 Vertragsgegenstand und Leistungsumfang

Der Anbieter stellt dem Kunden eine webbasierte Software zur strukturierten Lernstandsdiagnostik und Förderplanung im Mathematikunterricht der Grundschule zur Verfügung. Der Funktionsumfang ergibt sich aus der jeweils gültigen Leistungsbeschreibung unter zykloid-app.de sowie aus der individuellen Vertragsvereinbarung.

Der Anbieter behält sich vor, den Dienst weiterzuentwickeln und einzelne Funktionen anzupassen, wenn dies aus technischen, rechtlichen oder pädagogischen Gründen erforderlich ist. Wesentliche Änderungen werden dem Kunden mit angemessener Frist (mindestens vier Wochen) angekündigt.

§ 3 Vertragsschluss

Der Vertrag kommt durch Angebot und Annahme in Textform zustande. Angebote des Anbieters sind freibleibend. Der Kunde nennt im Bestellprozess Institution, Funktion, ladungsfähige Anschrift, Ansprechpartner sowie die Anzahl der zu lizenzierenden Lehrkräfte-Accounts.

Zugänge für Lehrkräfte werden ausschließlich per Einladungslink durch den Kunden oder eine vom Kunden benannte Schul-Administration vergeben. Eine öffentliche Selbstregistrierung ist nicht möglich.

§ 4 Vergütung und Zahlungsbedingungen

Während der aktuellen Validierungsphase ist die Nutzung des Dienstes unentgeltlich — die folgenden Bestimmungen werden erst mit dem ersten entgeltlichen Pilotvertrag wirksam.

Die Vergütung richtet sich nach der individuellen Lizenzvereinbarung. Sofern nicht anders vereinbart, erfolgt die Abrechnung jährlich im Voraus per Rechnung. Zahlungsziel ist 30 Tage netto ab Rechnungsdatum.

Alle Preise verstehen sich, sofern nicht anders ausgewiesen, zuzüglich der jeweils gültigen gesetzlichen Umsatzsteuer.

§ 5 Pflichten des Kunden

  • Der Kunde benennt eine zentrale Ansprechperson für administrative Belange.
  • Der Kunde stellt sicher, dass nur berechtigte Lehrkräfte und Mitarbeiter:innen Zugang erhalten und die Zugangsdaten vertraulich behandelt werden.
  • Der Kunde ist als Verantwortliche:r i. S. d. Art. 4 Nr. 7 DSGVO für die im Dienst verarbeiteten Schülerdaten verantwortlich (siehe AVV nach Art. 28 DSGVO).
  • Der Kunde verpflichtet seine Lehrkräfte, im Dienst ausschließlich pseudonymisierte Schülerdaten zu erfassen — keine Klarnamen.

§ 6 Pflichten und Verfügbarkeit des Anbieters

Der Anbieter erbringt die Leistungen mit fachlicher Sorgfalt und stellt eine durchschnittliche jährliche Verfügbarkeit von 99 % im Jahresmittel sicher. Wartungsfenster werden nach Möglichkeit außerhalb der schulischen Kernzeiten (Montag–Freitag 7:00–17:00 Uhr) gelegt.

Höhere Gewalt, Ausfälle bei Subprozessoren (siehe Datenschutzerklärung §9), notwendige Sicherheitsmaßnahmen sowie kurzfristige Wartungseinsätze unterbrechen die Verfügbarkeit nicht in der Berechnungsbasis.

§ 7 Pädagogische Einordnung — kein Medizinprodukt

Der Kunde stellt sicher, dass die Nutzung des Dienstes durch seine Lehrkräfte ausschließlich im pädagogischen Kontext erfolgt und nicht für Zwecke einer medizinischen Diagnostik missbraucht wird.

§ 8 KI-Verarbeitung — Vorschläge ohne Rechtswirkung

Der Dienst nutzt eine generative KI (Anthropic Claude API, siehe Datenschutzerklärung §8) zur Erstellung pädagogischer Vorschläge. Diese Vorschläge sind ausdrücklich Vorschläge — sie haben keine bindende Wirkung. Jede pädagogische, schulrechtliche oder zeugnisrelevante Entscheidung wird durch die Lehrkraft im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit getroffen.

Eine ausschließlich automatisierte Einzelfallentscheidung mit Rechtswirkung im Sinne des Art. 22 DSGVO findet nicht statt. Dem Anbieter ist es untersagt, Eingaben des Kunden zum Training eigener KI-Modelle oder zum Training der Modelle Dritter zu nutzen.

Keine Emotionserkennung: Der Dienst ist technisch so ausgelegt, dass keine Aussagen über Emotionen, Stimmungen oder psychische Zustände von Schüler:innen getroffen werden. Dies entspricht dem Verbot nach Art. 5 Abs. 1 lit. f) der Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-VO) für KI-Systeme in Bildungseinrichtungen, in Kraft seit 02.02.2025.

KI-Risikoeinstufung: Der Anbieter hat den Dienst intern als KI-System mit begrenztem Risiko (Art. 50 KI-VO) klassifiziert; eine Einstufung als Hochrisiko-System nach Anhang III KI-VO findet nach Art. 6 Abs. 3 KI-VO nicht statt, da die KI pädagogische Vorschläge vorbereitet, ohne eigenständig Lernergebnisse zu bewerten oder den Lernweg zu steuern. Die Einstufung wird halbjährlich überprüft; bei wesentlicher Funktionserweiterung wird der Kunde informiert.

§ 9 Haftung

Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, sowie für Schäden, die auf vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verhalten beruhen.

Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten); die Haftung ist auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden begrenzt. Die Haftung für entgangenen Gewinn, mittelbare Schäden und Folgeschäden ist im Rahmen einfacher Fahrlässigkeit ausgeschlossen.

Eine Haftung des Anbieters für pädagogische Empfehlungen oder den Erfolg konkreter Fördermaßnahmen ist ausgeschlossen, soweit nicht eine garantierte Leistungseigenschaft vereinbart wurde.

§ 10 Datenschutz und AVV

Hinsichtlich der Verarbeitung personenbezogener Daten — insbesondere Schülerdaten — gelten die Bestimmungen des Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV) nach Art. 28 DSGVO, der wesentlicher Bestandteil des Vertrags wird. Im Übrigen gilt die Datenschutzerklärung.

§ 11 Vertragslaufzeit und Kündigung

Sofern nicht abweichend vereinbart, beträgt die Vertragslaufzeit zwölf (12) Monate ab Vertragsbeginn. Der Vertrag verlängert sich um jeweils weitere zwölf Monate, wenn er nicht spätestens drei Monate vor Ablauf in Textform gekündigt wird.

Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

Nach Vertragsende werden Lehrkräfte-Accounts und zugehörige Daten innerhalb von 30 Tagen gelöscht, soweit keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist greift. Der Kunde kann vor Löschung einen Datenexport in einem strukturierten Format anfordern.

§ 12 Schlussbestimmungen

  • Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
  • Erfüllungsort und ausschließlicher Gerichtsstand ist der Sitz des Anbieters (siehe Impressum), soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder ein öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
  • Änderungen oder Ergänzungen dieses Vertrags bedürfen der Textform.
  • Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt diejenige wirksame Bestimmung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.

§ 13 Stand und Aktualisierung

Diese AGB haben den Stand 27. April 2026. Wesentliche Änderungen werden dem Kunden mit Vorlauf von mindestens vier Wochen in Textform mitgeteilt. Die jeweils aktuelle Fassung ist unter zykloid-app.de/agb einsehbar.